Reverse-Bonuszertifikate

Reverse Bonus Zertifikate funktionieren von der Grundstruktur her genau wie die klassischen Bonuszertifikate, welche Sie bereits kennengelernt haben. Sie bieten eine Mindestrendite, wenn die bei Emission festgelegte Kursbarriere während der Laufzeit nicht berührt wurde und profitieren von Kursen jenseits des Bonus-Levels. Der große Unterschied ist jedoch, dass Reverse Bonus Zertifikate genau spiegelverkehrt zu den klassischen Bonus Zertifikaten funktionieren. Dies bedeutet im Klartext, dass Sie mit Reverse Bonus Zertifikaten auf fallende bzw. auf seitwärtstendierende Kurse oder moderat fallende Kurse spekulieren. Bei einem Reverse Bonus Zertifikat liegt die Barriere also oberhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts und das Bonus Level unterhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts (z.B. einer Aktie). Ausschlaggebend für den Auszahlungsbetrag ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende. Während der Laufzeit wird der Kurs des Zertifikats in den seltensten Fällen exakt der Wertentwicklung des Basiswerts entsprechen.

Arten von Bonuszertifikaten

Neben den klassischen Bonuszertifikaten existieren eine ganze Reihe an Abwandlungen:

-         Capped Bonus-Zertifikate (oder Bonus Step Up Zertifikate)

-         Reverse Bonus Zertifikate

-         Reverse Bonus Zertifikate mit CAP

-         Lock In Bonus Zertifikate

-         Bonus Outperformance Zertifikate

-         Bonus Pro Zertifikate

-         Korridor Bonus-Zertifikate

-         Relax Bonus-Zertifikate

-         Rolling Bonus Zertifikate

Als Berechnungsgrundlage existiert zusätzlich zum Barrierelevel noch ein Reverse Kurs. Bei der Strukturierung von Bonuszertifikaten haben wir gelernt, dass die klassische Art u.a. durch einen Zero Strike Call strukturiert ist. Bei einem Reverse Bonus Zertifikat benötigen wir nun also auch eine Schwelle, welche zur Berechnung dient. Da es nach oben hin keine Begrenzung gibt wie nach unten, nämlich „Null“, existiert der Reverse Kurs. In den meisten Fällen entspricht der Reverse Kurs in etwa dem Doppelten des Basiswertkurses bei Emission.

Machen wir dies anhand eines Beispiels fest:

Akt. Kurs des Basiswerts:    100 Euro

Barriere:              130 Euro

Bonuslevel:             70 Euro

Reverse Kurs:        200 Euro

Bezugsverhältnis:       1

Wird die Barriere also während der Laufzeit nicht berührt oder überschritten, erhalten Sie am Laufzeitende mindestens folgenden Auszahlungsbetrag ausbezahlt:

(Reverse Kurs – Bonuslevel) x Bezugsverhältnis = (200 Euro – 130 Euro) x 1 = 70 Euro

Fällt der Basiswert sogar unter das Bonuslevel von 70 Euro profitieren Sie wie beim klassischen Bonus-Zertifikat 1 zu 1.

Wir die Barriere hingegen einmal während der Laufzeit berührt oder überschritten, erhalten Sie am Laufzeitende die Differenz aus Reverse Kurs und Referenzkurs des Basiswerts.

ABER ACHTUNG: Liegt der Referenzkurs des Basiswerts oberhalb des Reverse Kurses (hier: 200 Euro) verfällt das Zertifikat wertlos. Dies sieht auf den ersten Blick verwirrend aus, aber behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie bei einem Bonuszertifikat auch Ihren kompletten Einsatz verlieren, wenn der Basiswert auf 0 Euro fällt.

Zu beachten ist außerdem, dass der maximale Auszahlungsbetrag limitiert ist, da der Basiswert ja nur bis „Null“ fallen kann und nicht darunter. Bei den klassischen Bonuszertifikaten im Gegensatz ist der Auszahlungsbetrag theoretisch unbegrenzt.

OnVista Bank - Die neue Größe im Online-Brokerage
© Anlagezertifikate-abc.de