Reverse-Bonuszertifikate
Reverse Bonus Zertifikate funktionieren von der Grundstruktur her genau wie die klassischen Bonuszertifikate, welche Sie bereits kennengelernt haben. Sie bieten eine Mindestrendite, wenn die bei Emission festgelegte Kursbarriere während der Laufzeit nicht berührt wurde und profitieren von Kursen jenseits des Bonus-Levels. Der große Unterschied ist jedoch, dass Reverse Bonus Zertifikate genau spiegelverkehrt zu den klassischen Bonus Zertifikaten funktionieren. Dies bedeutet im Klartext, dass Sie mit Reverse Bonus Zertifikaten auf fallende bzw. auf seitwärtstendierende Kurse oder moderat fallende Kurse spekulieren. Bei einem Reverse Bonus Zertifikat liegt die Barriere also oberhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts und das Bonus Level unterhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts (z.B. einer Aktie). Ausschlaggebend für den Auszahlungsbetrag ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende. Während der Laufzeit wird der Kurs des Zertifikats in den seltensten Fällen exakt der Wertentwicklung des Basiswerts entsprechen.
Arten von Bonuszertifikaten
Neben den klassischen Bonuszertifikaten existieren eine ganze Reihe an Abwandlungen:
- Capped Bonus-Zertifikate (oder Bonus Step Up Zertifikate)
- Reverse Bonus Zertifikate
- Reverse Bonus Zertifikate mit CAP
- Bonus Outperformance Zertifikate
- Rolling Bonus Zertifikate
Machen wir dies anhand eines Beispiels fest:
Akt. Kurs des Basiswerts: 100 Euro
Barriere: 130 Euro
Bonuslevel: 70 Euro
Reverse Kurs: 200 Euro
Bezugsverhältnis: 1
Wird die Barriere also während der Laufzeit nicht berührt oder überschritten, erhalten Sie am Laufzeitende mindestens folgenden Auszahlungsbetrag ausbezahlt:
(Reverse Kurs – Bonuslevel) x Bezugsverhältnis = (200 Euro – 130 Euro) x 1 = 70 Euro
Fällt der Basiswert sogar unter das Bonuslevel von 70 Euro profitieren Sie wie beim klassischen Bonus-Zertifikat 1 zu 1.
Wir die Barriere hingegen einmal während der Laufzeit berührt oder überschritten, erhalten Sie am Laufzeitende die Differenz aus Reverse Kurs und Referenzkurs des Basiswerts.
ABER ACHTUNG: Liegt der Referenzkurs des Basiswerts oberhalb des Reverse Kurses (hier: 200 Euro) verfällt das Zertifikat wertlos. Dies sieht auf den ersten Blick verwirrend aus, aber behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie bei einem Bonuszertifikat auch Ihren kompletten Einsatz verlieren, wenn der Basiswert auf 0 Euro fällt.
Zu beachten ist außerdem, dass der maximale Auszahlungsbetrag limitiert ist, da der Basiswert ja nur bis „Null“ fallen kann und nicht darunter. Bei den klassischen Bonuszertifikaten im Gegensatz ist der Auszahlungsbetrag theoretisch unbegrenzt.